Was sind Pluslife-Tests?

(Text von Izzy)

Hinweis zur finanziellen Machbarkeit: Wir diskutieren hier die Vorteile eines Testkonzepts, das ein Gerät für ca. 250 € und Tests für ca. 7 € pro Test erfordert, für die es keine günstigeren Generika gibt.

Inhalt: Das Pluslife-Testkonzept / Unterschied zu Schnelltests / Kosten / Pooltests

Das Pluslife-Testkonzept

Pluslife ist ein kommerzieller, molekularer LAMP-Test für den Nachweis von SARS-CoV-2-RNA.

So fasst es die Seite https://virus.sucks/ zusammen, die genau wie wir auf der Basis von freiwilliger Arbeit von wenigen Covid-(Vermeidungs-)Nerds Daten zum Thema sammelt. Diese Seite hat sich auf diese Tests spezialisiert. Sie bietet einen eigenen Auswertungs-Modus, in dem ihr mehr sehen könnt als nur „positiv / negativ / ungültig“ und beantwortet Fragen zum Ablauf und bei Problemen. Trotzdem wollen wir hier noch einmal kurz darstellen, was Pluslife (für uns) eigentlich ist. 

Kurz: Magic. (Oder beinahe. Zumindest hat das Testkonzept unser Leben verändert.)
Pluslife vereint die Genauigkeit von PCR-Tests mit der Tragbarkeit von etwas mehr als einem Schnelltest (glaubt uns, wir haben mal eine große PCR-Maschine betrieben, und manche von uns konnten die nicht anheben). Eine Pluslife-Maschine ist etwa so groß wie ein Kaffeebecher und nur minimal schwerer. 

Der deutsche Markt kauft Pluslife fast ausschließlich hier: https://altruan.de/search?type=product&q=pluslife

Unterschied zu Schnelltests

Pluslife arbeitet mit einem Verfahren namens LAMP, das PCRs sehr ähnlich ist. Pluslife ist so genau wie die allermeisten PCRs, und da PCR-Maschinen in nicht-sterilen Settings sehr viele unklare Ergebnisse liefern (wir haben das vor ein paar Jahren ausprobiert), kann man davon ausgehen, dass Pluslife klarere und benutzbare Ergebnisse liefert, als wenn ihr euch ein ganzes Labor in euer Wohnzimmer bauen würdet. 

Während die meisten Schnelltests eine Covid-Infektion nur bei hoher Viruslast zuverlässig erkennen, erkennt Pluslife die Infektion schon ab wenigen Molekülen. Das ist lange vor Infektiösität (wie lange, ist leider extrem umstritten. Hier findet ihr bald mehr dazu und wie man damit als Covid-safe Person zum Beispiel umgehen könnte). 

Ein Pluslife-Ergebnis eures Kontakts bedeutet also, dass dieses Treffen für euch gerade sehr viel sicherer ist, als wenn ihr diese Person nur mit einem Schnelltest getestet hättet.

Ein Pluslife-Test läuft 35 Minuten lang. Da die Geräte teuer sind, werdet ihr als safe Person vermutlich das einzige Gerät im Umfeld haben. Es führt also dazu, dass ihr euch ca. 35 Minuten lang am Ort des Treffens mit Maske bzw. draußen doch noch mit Abstand oder Masken versammeln müsst, um den Test durchlaufen zu lassen.
Wir empfehlen dabei deutlich, vor dem Ergebnis noch Masken zu tragen, und die Abstriche bei Indoor-Treffen in unterschiedlichen durchgelüfteten Räumen, auf dem Balkon, im Innenhof oder im Notfall mit dem Kopf aus dem Fenster gehalten durchzuführen. Immerhin: Positive Ergebnisse zeigen sich beinahe immer deutlich vor den 35 Minuten, eher in 15.

Ein Pluslife-Gerät steht auf einem Drucker und zeigt die blaue und grüne Lampe, ein negatives Ergebnis.
Ein negatives Pluslife-Ergebnis ist so sicher wie die meisten PCR-Ergebnisse – bei euch zuhause!

Kosten

Was kostet der Spaß? Immerhin kennen wir eigentlich nichts zwischen „früher kosteten Masken 15 Cent, aber die passen halt nicht auf viele Gesichter“ und „die guten PCR-Tests in den letzten anbietenden Städten waren doch eher bei 50-100 € pro Test“. 

Eine Pluslife-Maschine kostet ca. 250 €. 
Eine 10er-Packung Tests kostet ca. 70 €.
Ein Test kostet also ca. 7 €. 

Ein Treffen von mir mit 2 Freund*innen kostet mich also 21 Euro, weil wir 3 Tests verbrauchen.

Wenn es aber ein größeres Treffen oder eine 20-Leute-Party sein soll, kann es sich lohnen, über Pooltests nachzudenken – auch damit ihr keine 20 Geräte braucht oder 20x 35 Minuten warten müsst.

Pooltests 

Pooltests kennen manche von uns aus der Berichterstattung über Massentests an Schulen. Sie sind eine gute Möglichkeit, eine größere Gruppe an Menschen mit weniger Geräten gleichzeitig zu testen. In einem Pool (einem einzelnen Test, bei dem nacheinander mehrere Abstrich-Tupfer von verschiedenen Menschen kurz eingeweicht werden) kann Pluslife bis zu ca. 3 Abstriche testen, danach wird die biologische Masse zu groß und kann die Ergebnisse verzerren bzw. nicht optimal laufen lassen. Wir raten also zu höchstens 3 Personen pro Pool. Pooltests haben aber auch ein paar Nachteile. 

Ihr wollt eine größere Gruppe mit ein paar Pluslife-Geräten testen? Wir haben solche Veranstaltungen schon öfter gemacht und hier findet ihr ein Beispiel, wie das gehen kann: https://covidsafer.de/?p=29 (hier im Beispiel in Kombination mit Maskenpflicht auf dem Event, aber das könnt ihr natürlich für euch entscheiden)

Wenn ein Pooltest negativ ist, habt ihr mit den Kosten von einem Test bis zu 3 Menschen getestet, und wisst nach nur einmal 35 Minuten Warten mit nur einer Maschine, dass alle 3 negativ sind, statt 3x 35 Minuten warten zu müssen. Yay!

Wenn ein Pooltest positiv ist, gibt es leider keine bessere Möglichkeit, herauszufinden, wer von den Menschen im Pool positiv ist, als alle 3 Beteiligten einzeln zu testen. Ihr solltet wirklich alle Menschen im Test als potentiell positiv betrachten, denn bei mehreren positiven Menschen im Pool sieht das Ergebnis nicht anders aus als bei einem – das Gerät sagt nur „Virus gefunden“.

Beachtet bei Pooltests:

  • den Sinn eines Pooltests: Macht euch vorher Gedanken, ob ein Pooltest gerade Sinn ergibt (bei einem positiven Schnelltest bei Person 1 und einem negativen Schnelltest bei Person 2 sollte man diese Personen vielleicht nicht zusammen testen, sondern einzeln).
  • die Abstriche: Im Idealfall solltet ihr direkt 2 Abstriche pro Person machen, damit ihr bei einem positiven Pool die Menschen vor einem zweiten Abstrich für die einzelnen Personen im positiven Test nicht erneut eine Pause von Essen und Trinken machen lassen müsst. Das klappt aber nur dann gut, wenn ihr Zugriff auf einen Kühlschrank zur Lagerung der Stäbchen habt (die natürlich beschriftet sein sollten).
  • den weniger zuverlässiger Kontroll-Kanal: Beim Test einer einzelnen Person würde der grüne Kanal nicht hochkommen, wenn die Person euch darüber angelogen hat, dass sie einen Abstrich gemacht hat. Bei Pool-Tests kommt die Kurve aber ab einem Abstrich einer Person hoch, auch wenn drei Tupfer eingeweicht wurden. Ihr müsst den getesteten Menschen also ein wenig vertrauen oder beim Abstrich zuschauen.
  • die mentale Absicherung: Alle am Pooltest beteiligten Personen sollten wissen, dass sie im Pooltest getestet werden (um mental darauf vorbereitet zu sein, dass sie evtl. mit realer Chance auf ein positives Ergebnis nachgetestet werden und dann bis zu 35 Minuten mit der Angst vor einem eigenen positiven Ergebnis klarkommen müssen. Manche Menschen werden deshalb nicht gern mit Menschen mit viel mehr Risiko gemeinsam im Pool getestet.)
  • das Inzidenz-Rechnen: Wenn ihr mehrere positive Personen erwartet, ob durch das Treffen einer Gruppe mit viel Risiko oder durch extrem hohe Zahlen, kann es Sinn machen, kleinere Pools zu machen. Denn bei 3er-Pools verbraucht ihr 3 neue Tests pro positivem Pool, bei 2er-Pools nur 2.

Für Pooltests braucht ihr natürlich mehr Tupfer als den einen pro Testkarte, die in den Testkisten mitgeliefert werden. Normale Schnelltest-Tupfer sind leider nicht mit Pluslife kompatibel, da löst sich der Kleber auf und dann kann die Flüssigkeit nicht richtig in die Testkammern fließen.

Kompatible Tupfer sind

Grundsätzlich: Wenn Pluslife nur im Pooltest für euch finanziell machbar ist, macht das. Legt euch nur früh eine Strategie zurecht, was ihr mit der kleinen Party macht, wenn der Pool positiv ist (unsere deutliche Empfehlung: dann bei finanzieller Machbarkeit einzeln testen oder alle wieder voneinander trennen und die Party online machen).


Bild: intern

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